Schlossbau

Es mag wohl so etwas wie ein Lotto-Sechser gewesen sein, dem das Schloss Grünenstein sein noch heute prägendes Gesicht zu verdanken hat. Gewonnen hatte die auch sonst sehr begüterte Glarner Familie Schindler in der niederländischen Staatslotterie, worauf sie das kleine, mittelalterliche Schlösschen aus dem 13. Jahrhundert zum grossen Schloss umbaute. Aussen Spätbarock, innen Rokoko galt und gilt Grünenstein nach wie vor als Beispiel vorbildlicher Baukunst von schnörkelloser, "feierlichster Architekturleistung von einheimischer Durchgestaltung".

Keine zehn Jahre später verkauften die Schindlers das neue Schloss an Jakob Laurenz Custer. Die von ihm errichtete Custer'sche Familienstiftung zugunsten der Nachfahren seines Grossvaters blieb bis 1983 im Besitz von Grünenstein. Mit der Gründung der Gut Grünenstein AG 1983 übernahmen Max und Walter Custer, selber Begünstigte der Stiftung, das herrschaftliche Anwesen und führten das Schloss auf einen neuen Kurs. Zu Ihnen stiess kurze Zeit später Jürg Schindler, ein Nachkomme des Erbauers.

Es wurde der Öffentlichkeit zugänglich gemacht, aus seinem Dornröschenschlaf wachgeküsst. Die Ausrichtung gegenüber Dritten heisst seitdem: Aufgeschlossen. Neun Wohnungen und diverse Arbeitsräume wurden eingerichtet, und in den vielen schönen Zimmern des Turms und im Musiksaal sowie im Barockgarten finden kulturelle Anlässe, Hochzeiten und andere Feierlichkeiten statt.